Société Linnéenne de LyonSciences naturelles · depuis 1822

Article du Bulletin

Zum Verhalten des Murmeltieres (Marmota marmota L.) [Sur le comportement des marmottes. On the behaviour of marmots].

Müller-Using D. · 1956 · Z. Tierpsych., 13 (2) : 135-142.

Résumé

Einige Verhaltensweisen des Murmeltieres wurden vorwiegend nach Freilandbeobachtung beschrieden. Murmeltiere haben im Verhältnis zu ihrer Kôrpergôsse auffallend kleine Reviere. Die landläufige Vorstellung eines halbjährigen Wechsels zwischen einem Winterbau und einem abgelegenen Sommerbau trifft nicht zu. Besonders im Frühjahr dienen Wurzeln als Nahrung. Wildlebende Tiere fürhren sie nur selten mit den Vorderpfoten zum Munde. Die Tiere paaren sich nur im Frühjahr. Nur in dieser Zeit hôrt man das katzenartige, laute Maiuen. Verf. denkt an Sippenpenmixie (vgl. Ratten). Die Fluchtdistanz dem Menschen gegenüber wechselt zwischen 2 m und 200 m. Das Schreien drückt verschiedenerlei, besonders oft schreckhafte Erregung aus und wirkt stark ansteckend, das "Schwanzschlagen" ist Ausdruck der ängstlichkeit, das "Schnäuzeln" Ausdruck eines Kontaktbedürfnisses. Jungtiere spielen viel, auch nach dem erstem Winterschlaf, oft mit ihrer Mutter, besonders Kampfspiele. The behaviour of Marmota marmota L. was studied in field observation. Territories are extremely small considering the size of the animal. The regular annual migration from a winter burrow to a distant summer burrow, reported by many, was not found to occur at all. Roots are the main food, particularly in spring. Wild specimens rarely hold their food in their hands while eating. Mating takes place in spring. Only during that time aloud, catlike mewing is heard. Flight distance in respect to approaching humans lies between 2 and 200 yards. A number of sound utterances are described, some of which effect a strong social induction, particularly those expressing fear. "Tail-beating" expresses anxiety, "nozzling" is the expression for the need of contact. Juveniles play among themselves and with their mother, even after their first hibernation. Fighting plays are preponderant.